Fachwissenschaftliche Einbettung und Bedeutung

Es gibt zahlreiche gemeinsame Forschungsschwerpunkte am Göttingen Campus, die Zugang zu Hoch- und Höchstleistungsrechnern erfordern und in denen HPC-Anwendungen entwickelt werden, die von überregionaler Bedeutung sind. Betreiber und Forscher arbeiten daher im Göttinger HPC Verbund GöHPC eng zusammen. Der Göttingen Campus selbst ist eine Kooperation der Georg-August- Universität Göttingen und der Universitätsmedizin mit den außeruniversitären Einrichtungen, insbesondere den fünf Max-Planck-Instituten, dem Deutschen Primatenzentrum, dem DLR und der Akademie der Wissenschaften.

Lebenswissenschaften

Die Lebenswissenschaften sind der am schnellsten wachsende Anwendungsbereich auf den HPC-Systemen auf dem Göttingen Campus. Von besonderer Bedeutung ist der Next-Generation-Sequencing-Bereich (beispielhaft sind hier die neue Abteilung Mikrobiologie“ von Prof. Cramer am MPI für biophysikalische Chemie (MPI-BPC) sowie die genomische und angewandte Mikrobiologie der Georg-August-Universität Göttingen zu nennen), der seitens der GWDG durch einen eigenen Spezialisten betreut wird. Aber auch moleküldynamische Simulationen spielen innerhalb der Lebenswissenschaften eine sehr große Rolle (z.B. die Abteilung Theoretische und Computergestützte Biophysik“ von Prof. Grubmüller, MPI-BPC, oder der Bereich Computational Molecular Biophysics der Georg-August-Universität Göttingen).

Naturwissenschaften

Traditionell ist die Astrophysik ein starker Nutzer von HPC Ressourcen an der GWDG. Sowohl mit der Kosmologie der Universität Georg-August-Göttingen als auch dem Max-Planck-Institut für Sonnenforschung bestehen langjährige Kooperationen im Bereich High-Performance Computing.

Die Hochenergiephysik der Universität Göttingen ist als Partner des Worldwide LHC Computing Grid (WLCG) ein derart starker Nutzer von HPC-Ressourcen, dass mit Mitteln aus BMBF Förderung und eigenen Mitteln der Physik bei der GWDG ein eigener Cluster aufgebaut wurde, der im Laufe der Jahre ständig durch neue Hardware ersetzt und ausgebaut wurde. Dieser sogenannte GoeGrid-Cluster wurde zuletzt im Januar 2015 auf signifikant erweitert.

International renommierte Expertise aus der Computer-Chemie ist am Standort ebenfalls stark vertreten. Schwerpunkt ist vor allem die Berechnung spektroskopischer Eigenschaften, von kleinen Modell-Molekülen bis zu großen organischen Verbindungen. Auch dieser Bereich wird seitens der GWDG durch einen eigenen Fachberater unterstützt.

Sozial- und Geisteswissenschaften

In den Sozial- und Geisteswissenschaften ist ein vergleichsweise noch geringer, aber ständig steigender Bedarf im Bereich HPC, unter anderem mit den Anwendungsbereichen Statistik, Textmining und Natural Language Processing, zu erkennen. Aufgrund der besonderen Affinität der Georg-August-Universität Göttingen zu diesen Fachrichtungen engagiert sich die GWDG, um die Durchlässigkeit ihrer Ressourcen für diese Disziplinen zu verbessern. Dazu gibt es zum Beispiel Kooperationen mit dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) und der Biologischen Persönlichkeitspsychologie der Georg-August-Universität Göttingen, sowie mit dem Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH). Hier unterstützt die Göttinger eResearch Alliance von GWDG und SUB Nutzer, nicht nur aus den Sozial- und Geisteswissenschaften, in rechner- und datengestützter Forschung.

Die genannten Schwerpunkte der Georg-August-Universität Göttingen und des Göttingen Campus haben eine engere Kooperation für Applikationsentwicklung, sowie der Nutzung und dem Betrieb von HPC-Ressourcen nahegelegt. Das gemeinsame Engagement für HPC und wissenschaftliches Rechnen ist damit wesentlicher Bestandteil der Göttinger Campus-Strategie.