Integriertes Betriebskonzept

Die Georg-August-Universität Göttingen unterhält hierzu bereits seit 1970 zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft mit der GWDG, Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen, eine gemeinsame zentrale Einrichtung als Rechen- und Kompetenzzentrum. Die GWDG hat viele Jahre Erfahrung im Betrieb von diversen Rechenclustern. Aktuell werden hier eine Vielzahl an Cluster-Systemen für unterschiedliche Forschergruppen am Campus Göttingen unterhalten. Insgesamt wird eine Infrastruktur mit über 1,5 MW Stromaufnahme betrieben, weitere Systeme (Molekular-Dynamik, Theoretische Chemie) sind in Planung. Aufgrund der stark wachsenden Bedarfe wurden die Betriebsflächen aus eigenen Mitteln in 2014 ausgebaut, um für die kommenden Jahre weitere Systeme mit einer Stromaufnahme von 500-750KW hosten zu können. Für 2018 ist zusätzlich ein Rechenzentrums-Neubau in der fortgeschrittenen Planung, der weitere Kapazitäten für den Betrieb von HPC Systemen bieten wird. Durch moderne Kühlkonzepte und Einbettung in das Gesamtenergiekonzept der Universität mit eigener Energieerzeugung wird höchste Kosteneffizienz beim Betrieb von HPC-Systemen angestrebt. Es bestehen somit die notwendigen Vorrausetzungen, um HPC-Rechnersysteme in Göttingen sowohl gegenwärtig als auch langfristig zu betreiben.

Der Betrieb von HPC-Ressourcen erfolgt bei der GWDG durch die transparente Einbindung von unterschiedlichen Systemen in ein gemeinsames Betriebskonzept. Dies umfasst ein einheitliches Software-Management, eine gemeinsame Batch-Management-Umgebung, systemübergreifendes Monitoring und Accounting, sowie systemübergreifende Dateisysteme. Gegenüber dem an vielen HPC-Zentren üblichen Verfahren (jeder neue Cluster hat seine eigene Umgebung) werden Synergien durch die Integration von verschiedenen Hosting-Umgebungen erzielt. So finden Nutzer eine einheitliche Umgebung auf allen Host-HPC-Systemen vor, wobei individuelle Applikationsumgebungen unterstützt werden.

Bei der GWDG wird ein Vergabeverfahren über einen Nutzerausschuss praktiziert, um Rechenzeit auf den zentralen Systemen für größere Experimente zu verteilen. Für Host-Cluster wird ein Verteilungsverfahren unterstützt, der anteilige Prioritäten gemäß des eigenen Ressourcenbeitrags gewährt. Die GWDG betreibt eine Trennungsrechnung für die erbrachten Dienstleistungen und kann Kosten für alle Dienste ausweisen. Diese Kompetenz kann u.a. genutzt werden, um die Abgrenzung für eine Nutzung von Ressourcen für externe Nutzer in Kollaborationen oder in Kooperation mit der Wirtschaft zu unterstützen.